Vladan Jeremić & Rena Raedle, Ina Wudtke

Undisciplinary Learning. Re-mapping the aesthetics of resistance. Work by Vladan Jeremić & Rena Raedle, Ina Wudtke. Photo: Emma Haugh
Arbeitsblätter zum lebenden Bild
Undisciplinary Learning. Re-mapping the aesthetics of resistance. Work by Vladan Jeremić & Rena Raedle, Ina Wudtke. Photo: Emma Haugh
Foto: Emma Haugh

Mit ihren disziplinübergreifenden Forschungen und Interventionen, Texten, Parolen, Zeichnungen, Videos und öffentlichen Aktionen thematisieren Rena Rädle und Vladan Jeremić gesellschaftliche Widersprüche und untersuchen die Potenziale emanzipatorischer Politik. Ina Wudtke hinterfragt in ihrer künstlerischen Arbeit und als aktivistische Kulturproduzentin (u.a. im Herausgeberinnenkollektiv des von 1992 bis 2004 erschienenen feministischen Künstler*innenmagazins NEID) hegemoniale Diskurse und versucht Gegenperspektiven zu Themenfeldern wie Identität, Arbeit, Stadt und Wohnen zu stärken.

Mit dem Werk Arbeitsblätter zum lebenden Bild greifen Rädle, Jeremić und Wudtke eine radikalisierte Praxis der Aufführung von tableaux vivants in der kommunistischen Bewegung auf. Die ursprünglich in Aristokratie und Bürgertum verbreitete Unterhaltungstradition, historische Szenen nachzustellen, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von der sozialdemokratischen Arbeiter*innenbewegung und kommunistischen Agitproptruppe übernommen und mit einer politischen Ausrichtung belegt. In der Weimarer Republik wurde das lebende Bild zum Mittel des Protests und der direkten Aktion: Am 13. Januar 1930 unterbrachen kommunistische Aktivisten zum Beispiel eine Versammlung der NSDAP im Lloydhotel in Emden, indem sie ein lebendes Bild auf der Saalbühne aufführten. Für die Arbeitsblätter zum lebenden Bild hat Wudtke ein Bild von diesem Vorfall re-inszeniert, während die Zeichnungen Rädles und Jeremićs Szenarios lebender Bilder für die aktuelle politische Situation suggerieren.