Naomi Hennig

Die Illegalen. Naomi Hennig. Foto: Emma Haugh
Die Illegalen
Die Illegalen. Naomi Hennig. Foto: Emma Haugh
Foto: Emma Haugh

Naomi Hennig‘s künstlerische und kuratorische Praxis kreist um Leerstellen, Auslassungen und Widersprüche kultureller und institutioneller Erinnerungspolitiken sowie um deren Einschreibungen in das kollektive Gedächtnis. Anlässlich von Undisciplinary Learning verdichtet sie ihre fortlaufenden Recherchen zu den Berliner Künstler*innen, die dem Netzwerk der Schulze-Boysen/Harnack-Gruppe angehörten, besser bekannt unter der Gestapo-Bezeichnung 'Rote Kapelle', zu der Videoinstallation Die Illegalen. Ihre filmische Skizze verbindet Kommentare und Zeugnisse zum verlorenen Werk der Tänzerin und Bildhauerin Oda Schottmüller und des Bildhauers Kurt Schumacher – darunter auch Peter Weiss’ Bezugnahme auf die Gruppe im 3. Band der Ästhetik des Widerstands – mit heutigen Aufnahmen von Schauplätzen ihres Lebens. Beide waren Mitglieder dieses Berliner Widerstandskreises gegen den Nationalsozialismus und wurden 1942 und 1943 hingerichtet. Als Versuch, nicht zu vergessen, was im Unwissen liegt, eines Sprechens über das Unbekannte verweist die Arbeit zugleich auf die Schwierigkeiten der Re-Konstruktion von Erinnerung.