Andreas Wutz

Ein Ort an dem etwas komprimiert wird. Foto: Emma Haugh

Andreas Wutz arbeitet in den Medien Fotografie und Film, Soundinstallationen und Text. Schwerpunkt seiner Untersuchungen sind Bilder urbaner und natürlicher Umgebungen sowie Situationen, die in einer spezifischen Beziehung zu historischen und aktuellen politischen Zusammenhängen stehen. Ein Ort an dem etwas komprimiert wird geht der Recherchereise von Peter Weiss zur Ästhetik des Widerstands nach, die ihn 1974 außerhalb von Albacete in Spanien zu einem alten Landgut führte, das 1937 den gegen das Franco Regime kämpfenden Internationalen Brigaden als psychiatrische Klinik gedient hatte. Das Sanatorium wurde während des Spanischen Bürgerkriegs von Max Hodann geleitet, einem sozialistischen Arzt, der zuvor in Berlin in Magnus Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaften aktiv war, und der einen der Protagonisten des Romans darstellt. Das Sanatorium Cueva la Potita ist als “Ein Ort an dem etwas komprimiert wird” von zentraler Bedeutung für die Ästhetik, in der nicht live aus der spektakulären Mitte des Geschehens heraus über geschichtlich Immanentes berichtet werden soll, sondern erst aus dem Schatten der Ereignisse heraus, aus der Perspektive einer Heterotopie. In der Wiederholung der Reise 40 Jahre später, folgt Wutz den Spuren des Autors wie auch dem Bildungsmodell des Selbststudiums, das in Cueva la Potita praktiziert wurde und der Ästhetik zugrunde liegt.