Jannik Franzen & Ins A Kromminga

Labor Dr.___ . Jannik Franzen & Ins A Kromminga. Foto: Emma Haugh
Labor Dr.___
Labor Dr.___ . Jannik Franzen & Ins A Kromminga. Foto: Emma Haugh
Foto: Emma Haugh

Analysen des Stehens, Gehens, Werfens waren fester Bestandteil der psychiatrischen „Prävention und Therapie“ von Homosexualität bis in die 1970er Jahre. Noch heute werden Inter* und Trans* Personen mit Bezug auf stereotype Körper- und Bewegungsbilder diagnostiziert. Objektivierende Untersuchungsmethoden und medizinische Normierungspraxen, die in der Tradition der Sexualwissenschaften seit Jahrzehnten hervorgebracht werden, versuchen das Zwei-Geschlechter-Modell biologisch herzuleiten und Trans*und Inter* zu pathologisieren und zu verwerfen. Ansätze diese binären, diskriminierenden Identitätskonzepte wissenschaftlich zu dekonstruieren gab es bereits im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Diese sind eng geknüpft an einen der ersten Queer-Theoretiker*innen Magnus Hirschfeld und das von ihm 1919 gegründeten Institut für Sexualwissenschaften. In Labor Dr.___ werden normative Identitätsentwürfe mittels künstlerischer Mittel verwischt und heteronormative Praktiken und Wissensprodukte aus Medizin und Psychologie in ironischen Brechungen ad absurdum geführt. Kritisch reflektieren Jannik Franzen und Ins A Kromminga das Forschungsinstitut als Produzent sogenannter wissenschaftlicher Tatsachen, die zur Herausbildung und Festschreibung der unmarkierten Norm beitragen. Präsentiert werden neue Perspektiven auf die Erforschung geschlechtlicher Identität(en) im Tierversuch, Kommentare zur medizinischen Vermessung und Normierung von Körpern sowie ein Lehrfilm.