Stine Marie Jacobsen

Mann beißt Hund, 2016. Stine Marie Jacobsen. Foto: Emma Haugh
Mann beißt Hund. Foto: Emma Haugh

Vermittlung als generische Form der künstlerischen Praxis und die Erprobung neue Strategien der Partizipation als Koproduktion sind wiederkehrende Bezugspunkte in den Arbeiten von Stine Marie Jacobsen. Die vorliegende Installation ist Teil ihres seit 2015 fortlaufenden Kunstprojektes Mann beißt Hund, in dem sie mit Aktivist*innen, Jurist*innen und Schüler*innen aktuelle Gesetzespraxen untersucht und innerhalb spezifischer Settings konzeptionelle, filmische und pädagogische Strategien miteinander verwebt. Die präsentierte Skulptur ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit der Künstlerin und District mit Berliner Schüler*innen des Berliner Oberstufenzentrums Handel, in der die Gruppe bestehende Gesetze zur Meinungsfreiheit und Gleichbehandlung bzw. Antidiskriminierung dekonstruierten. Ihre persönlichen Erfahrungen in Alltag und Schule einbeziehend wurden gemeinsam mit zwei Rechtsanwält*innen neue, eigene Gesetzesvorschläge entworfen und dauerhaft in Schultafeln eingeritzt. Die Tafeln, wovon nun fünf in den Gemeinschaftsräumen der Schule installiert sind, legen Zeugnis ab über den selbstermächtigenden Umgang der Schüler*innen mit Gesetzen als historische, politische und veränderbare Dokumente.