Lerato Shadi

Moremogolo (Go Betlwa Wa Taola). Lerato Shadi. Foto: Emma Haugh
Moremogolo (Go Betlwa Wa Taola). Foto: Emma Haugh

Lerato Shadi untersucht in ihrem Werk die Politiken der Transformation oder des Übergangs von Ab- zur Anwesenheit, vom Subjekt zum Objekt, Inklusion, Exklusion und umgekehrt. In zeitbasierten und oft repetitiven performativen Handlungen beschäftigt sie sich mit Akten bewusster Auflehnung und antikolonialen Bewegungen, auch angesichts ihrer Auslöschung in dominanten Narrativen. Ihren Körper als Medium nutzend unterbricht sie die Geschichtsschreibung, und die in ihr hervorgebrachten Stereotypisierungen und Anmaßungen, um ein anderes, enthierarchisiertes Herstellen von Geschichte(n) zu ermöglichen. Moremogolo (Go Betlwa Wa Taola) ist eine Zweikanalvideoinstallation die ein Setswana Sprichwort im Titel trägt, das sich wörtlich mit „nur du kannst dich zu der Person machen, die du bist“ übersetzen lässt. Gedreht wurde die dreiteilige Arbeit in Lotlhakane, Shadis Geburtsort in Mahikeng, Südafrika. Das Füllen ihres Mundes mit Erde bis zum Würgereiz im ersten Teil verweist auf extreme Formen individuellen Aufbegehrens sowie auf koloniale Landbesitzansprüche. Im zweiten Teil verarbeitet Shadi den Einfluss kolonialer Sprache und gleichzeitig die Leerstellen im Vokabular, wenn es um die Benennung historischer Gewalt geht. Der letzte Teil platziert eine Figur mit Haut und Maske aus roter Wolle als Allegorie des Widerstands in eine Landschaft Südafrikas.