UNDISCIPLINARY LEARNING. REMAPPING THE AESTHETICS OF RESISTANCE

Eine Ausstellung kuratiert von Janine Halka, Suza Husse, Julia Lazarus.

mit Luis Berríos-Negrón, Ha Za Vu Zu, Naomi Hennig, Stine Marie Jacobsen, Vladan Jeremić & Rena Raedle & Ina Wudtke, Rajkamal Kahlon, Frida Klingberg, Ins A Kromminga & Jannik Franzen, KUNCI Cultural Studies Center, Julia Lazarus, Achim Lengerer, Method Fund, Gabriel Rossell Santillán, RYBN.ORG, Lerato Shadi, Andreas Wutz.
Szenographie von Luis Berríos-Negrón.

Vom 22.09. bis 19.11.2016 bei District Berlin

Undisciplinary Learning. Remapping the Aesthetics of Resistance. Ausstellungsansicht Foto: Emma Haugh
Undisciplinary Learning. Remapping the Aesthetics of Resistance. Ausstellungsansicht Foto: Emma Haugh

Kollektives Ver_lernen und herrschaftskritischer Wissenstransfer bilden in der Gruppenausstellung die Grundlage für Neuverortungen der Ästhetik des Widerstands und der darin verhandelten emanzipatorischen Bildungskonzepte. Kulturelle Traditionen aus der Selbstorganisation und des Aktivismus von proletarischen Verbünden – Lieder, Karikaturen, Zeitungen, Radiosendungen und Flugblätter, subversive Lese- und Sportvereinigungen, solidarische Grußformen oder widerständige Stadtspaziergänge – aufgreifend schlagen die präsentierten künstlerischen Beiträge Brücken zwischen historischen und gegenwärtigen Ausdrucksformen des Antifaschismus und Antikolonialismus. In einigen Werken wird die solidarische Verbindungen, beispielsweise zwischen Künstler*innen und Gemeinschaften von Fabrikarbeiter*innen in Istanbul, indonesischen Migrant*innen in Hongkong oder mexikanischen Ureinwohner*innen, zum Ausgangspunkt für neue Methoden politischer Wissens- und Kunstproduktion.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist die Dekonstruktion von Sprache und Buch als heilige Stätten westlichen Wissens durch performative Formen von kulturellem Gedächtnis. Visuelle Pädagogiken, die gemeinschaftliche (Rück-)aneignung ausgelassener Geschichte(n) sowie die Auseinandersetzung mit Tieren, Naturumwelten und Körpern als gesellschaftliche Archive eröffnen Räume für neue Lesarten, Übersetzungsweisen und Vorstellungen von Wissen. 

In Zusammenarbeit mit dem Künstler und Architekten Luis Berríos-Negrón entsteht aus der Verbindung seiner dekolonialen Forschung zu Gewächshäusern, konstruktivistischen Bühnenkonzepten und Open-Source-Architekturen eine räumliche Ökologie für eine heterogene Gemeinschaft. In dieser beweglichen Szenographie kollabieren binäre Auffassungen von Subjekt-Objekt, Innen-Außen, Körper-Geist oder Kultur-Natur zugunsten alternativer Wissens- und Handlungsformen. 

Die Ausstellung eröffnete mit einer Performance des Künstler*innen- kollektiv Ha Za Vu Zu aus Istanbul. Kostüme und Kulissen für ihre Performance between stamp and mars No:7. beruhen auf ihrer Kooperation mit der Free Kazova Textile Kooperative. Während der Öffnungszeiten sind Pullover und T-Shirts der Kooperative in der Ausstellung erhältlich.