"Wir waren vereinzelte und gleichzeitig von einer Totalität umfangen. Peter Weiss und Harun Farocki." Eine Veranstaltung des Harun Farocki Institut (HaFI) mit Carles Guerra und Julia Lazarus

24. Oktober 2016
Stadtrundgang, Screening und Gespräch
silent green Kulturquartier, Gerichtstraße 35, 13347 Berlin

15 Uhr 30 bis 17 Uhr

„aus einem ort, an dem man sonst achtlos vorbeigeht, einen wichtigen ort machen“* Führung zu realen und imaginären Orten und Plätzen der Ästhetik des Widerstands im Roten Wedding von und mit Julia Lazarus/Undisciplinary Learning (Treffpunkt: Nettelbeckplatz, „Tanz auf dem Vulkan“-Brunnen)

Die weitere Weddinger Umgebung des silent green Kulturquartier, wo sich auch das Harun Farocki Institut befindet, spielt eine nicht unwesentliche Rolle als Schauplatz in Peter Weiss’ Roman „Die Ästhetik des Widerstands“. Nicht nur bewegen sich die Protagonisten des ersten Bandes der Trilogie in Berlin zwischen Oranienburger Vorstadt und dem Wedding, für Weiss ist „Barrikaden am Wedding“, Klaus Neukrantz’ „kleines Kampfbuch“ über den so genannten Blutmai von 1929 (erschienen 1931), eine Art komplementärer Entwurf zu Kafkas „Schloß“: „Das Forschen und der Abwehrkampf waren zwei Seiten ein und desselben Stellungnehmens.“ Die Führung von Julia Lazarus wird auf diese und andere Aspekte der Topographie der „Ästhetik des Widerstands“ eingehen.

Julia Lazarus ist Kuratorin, Künstlerin und Filmemacherin aus Berlin. Seit 2012 setzt sie sich mit den Roman "Die Ästhetik des Widerstands" von Peter Weiss auseinander. Bei District Berlin ist die Ausstellung "Undisciplinary Learning. Remapping. The Aesthetics of Resistance“, die sie gemeinsam mit Suza Husse und Janine Halka kuratiert hat, noch bis 19.11.2016 zu sehen. Mit Moira Zoitl und Naomi Hennig initiierte sie 2013/4 die Ausstellung „Die Ästhetik des Widerstands“ in der Galerie im Turm (Berlin) und in der IG Bildenden Kunst Wien. www.julialazarus.com

24. Oktober 2016
HaFI: Peter Weiss und Harun Farocki
Stadtrundgang, Screening und Gespräch

Von 15:30 bis 17 Uhr: Führung zu realen und imaginären Orten und Plätzen der Ästhetik des Widerstands im Roten Wedding von und mit Julia Lazarus

Treffpunkt: „Tanz auf dem Vulkan“-Brunnen am Nettelbeckplatz. Die Führung findet in deutscher Sprache statt. 

Die weitere Weddinger Umgebung des silent green spielt eine nicht unwesentliche Rolle als Schauplatz in Peter Weiss’ Roman Die Ästhetik des Widerstands. Nicht nur bewegen sich die Protagonisten des ersten Bandes der Trilogie in Berlin zwischen Oranienburger Vorstadt und dem Wedding, für Weiss ist Barrikaden am Wedding, Klaus Neukrantz’ „kleines Kampfbuch“ über den so genannten Blutmai von 1929 (erschienen 1931), eine Art komplementärer Entwurf zu Kafkas Schloß: „Das Forschen und der Abwehrkampf waren zwei Seiten ein und desselben Stellungnehmens.“ Die Führung von Julia Lazarus wird auf diese und andere Aspekte der Topographie der Ästhetik des Widerstands eingehen.

Von 19:30 bis 21:30 Uhr: Harun Farocki und Gunilla Palmstierna-Weiss über Peter Weiss und Die Ästhetik des Widerstands 
Videointerviews mit Carles Guerra von 2011 (Screening), Gespräch mit Carles Guerra und Bert Rebhandl im silent green (auf Englisch)

Im Zusammenhang der Recherchen zu seiner Ausstellung 1979, a Monument to Radical Moments im Virreina Centre de la Imatge in Barcelona führte der Kurator und Künstler Carles Guerra 2011 Gespräche mit Harun Farocki und der Szenografin und Künstlerin Gunilla Palmstierna-Weiss, die auf Video mitgeschnitten wurden. Guerra hatte seine Ausstellung maßgeblich um Motive der Ästhetik des Widerstands herum organisiert. Über Peter Weiss und das Problem der historischen Erinnerung an Akte und Gesten politischer wie ästhetischer Radikalität kamen Farocki und Guerra in einen intensiven Dialog, der auch nach Farockis Tod anhält. Gemeinsam mit Antje Ehmann hat Guerra 2015 und 2016 Ausstellungen zu Harun Farocki in Valencia und Barcelona kuratiert, denen 2017 - im Rahmen der geplanten Harun Farocki Retrospektive in Berlin - eine weitere im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) folgen wird.