Undisciplinary Learning. Remapping the aesthetics of resistance

Ein Kunstprojekt in Raum, Stadt, Wissen und Dokumenten.
Kuratiert von Janine Halka, Suza Husse, Julia Lazarus.
Bei District und an anderen Orten in Berlin.

Undisciplinary Learning nimmt den Roman Die Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss (1916–1982) zum Anlass um aktuelle Wissenspolitiken an den Schnittstellen künstlerischer, politischer und pädagogischer Praxen zu befragen.

Die politische Interpretation von Kunst und die kollektive Wissensaneignung wird im Buch zur Grundlage für die Entwicklung widerständiger Subjektivität, Gemeinschaftsbildung und Mobilisierung gegen Unterdrückung und Ausbeutung. Selbstbildung und Emanzipation bilden dabei nicht nur den inhaltlichen Dreh- und Angelpunkt des Buches, seine dicht verwobene Textoberfläche scheint seinen Leser*innen andere, gemeinsame Formen des Lesens, und darin auch das einander Zuhören und Wider-/Sprechen vorzuschlagen.

Mit intersektionalem Blick auf ihre geschichtliche Ausdehnung, ihre städtischen Resonanzen in Berlin und aktuelle Felder des Aufbegehrens schlägt Undisciplinary Learning erweiternde Lesarten und kritische Neuverortungen der Ästhetik des Widerstands vor. Bildung wird als Modus politischer Imagination erprobt, der heterogene Wissensformen anerkennt und den Körper, die Stadt, Beziehungen und Umwelten als Lernorte einbezieht. Undisciplinary Learning kartographiert dazu künstlerische Ansätze im Umgang mit selbstermächtigenden Pädagogiken - vor allem aus feministischen, queeren, dekolonialen und linken Kontexten - die hegemoniale Wissenskulturen radikal in Frage stellen.