"PERGAMONMUSEUM"

Metazoalein: aus Zungen, Muskeln und Oberschenkeln zusammengesetzt. 
Raye, Maxa, Jari: constituido de lenguas muslos y manos. 
A selection of readings from the XX Canon „El Rincon de las semillas“ library (Taupurie) 

Performative Workshops auf deutsch, englisch und spanisch mit Gabriel Rossell Santillán.

Foto: Julia Lazarus

In Die Ästhetik des Widerstands werden zahlreiche Kunstwerke, u.a. der Pergamonaltar im Pergamonmuseum von den Protagonisten besichtigt und im Sinne der Geschichte(n) des antifaschistischen Widerstands gelesen und umgedeutet. Gabriel Rossell Santillán überführt den Kampf zwischen Göttern und Giganten des um etwa 165 v.u.Z. entstandenen Frieses in die Gegenwart und setzt ihn in Beziehung mit der Geschichte und den Kämpfen der indigenen Gemeinschaft Wixáritari im Norden Mexikos.

 
In einer dreiteiligen Workshop-Serie tritt er mit den Teilnehmer*innen in einen performativen Austausch über die Forschungen und Recherchen zu seinem kollaborativen Langzeitprojekt an der Schnittstelle von Dokumentation, Kunst und Wissensproduktion mit den Ureinwohnern Mexikos, die seit Jahrhunderten zurückgezogen als nomadische Gemeinschaft in den Bergen leben. Gemeinsam mit den Anwesenden werden aus den Textfragmenten, Bildarchiven und Ausschnitten der Dialoge, Versatzstücke für ein vielgestaltiges und mehrfach geschichtetes Palimpsest generiert, in dem sich das Wissen, die Kämpfe und Geschichte(n) der Wixáritari nach und nach in die Körper der Anwesenden und als Teil der Installation in den Ausstellungsraum einschreiben.
 
5. September 2016, 17-20.30 Uhr
Workshop #1, auf deutsch 

Im ersten Workshop liegt der Fokus auf  indigenen Wissensformen der Wixáritari-Gemeinde in Beziehung zu westeuropäischen Archivpraxen. Deren Kulturgüter und zeremoniellen Objekte wurden in den Jahren 1905-1908 im Zuge einer kolonialen anthropologischen Expedition von Carl Theodor Preuss nach Deutschland gebracht und später in Dahlem archiviert. Im Laufe des Projektes wurden gemeinsam mit dem Künstler unterschiedliche Formate erprobt um ein mobiles, angewandtes Archiv anzulegen und das Wissen wieder in die Gemeinschaft zurückzuführen.

Bitte per Email anmelden bis zum 2. September. 
max. Teilnehmer*innen: 16
 
6. September 2016, 17-20.30 Uhr
Workshop #2, auf englisch

Im zweiten Workshop wird Gabriel Rossell Santillán über seine Forschungsarbeit mit der indigenen Gemeinschaft der Wixáritari sprechen und mit den Teilnehmer*innen Fragen zur Autorschaft diskutieren. In der Auseinandersetzung mit Textfragmenten aus dem Buch Meeting the Universe Halfway. Quantum Physics and the Entanglement of Matter and Meaning der Feministin und Physikerin Karen Barad werden Parallelen zwischen indigener Kultur und Quantentheorie untersucht.

Bitte per Email anmelden bis zum 2. September. 
max. Teilnehmer*innen: 16
 
7. November 2016, 17-21 Uhr
Workshop #3 auf spanisch 

Im dritten Workshop führt der Künstler Ideen und Schriften der bolivianischen Soziologin und Filmemacherin Silvia Rivera Cusicanqui in den Dialog ein. Aus einer Aymara-Perspektive und theoretischen Überlegungen zu Konzepten von Identität und Subalternität wird die Praxis der Wixáritari als eine genuine, indigene Wissenform lesbar und Fragen zu künstlerischen Arbeitsprozessen mit Gemeinschaften diskutiert. 

Ab 19:00 Uhr führt der Workshop alle Teilnehmer*innen aus den drei Workshops (und alle Freund*innen) bei selbstgemachter MOLE, TINGA und Getränken zusammen, um gemeinsam weitere Tiergestalten aus fotokopierten menschlichen Gliedmaßen in Gabriel Rossell Santillán’s Wandarbeit einzubringen. Dabei gibt es Zeit, sich auszutauschen und die Ausstellung anzuschauen.

Für das Essen und die Getränke bitten wir um einen Unkostenbeitrag von 10 Euro. Mit den Einnahmen wird die Fortsetzung des von Gabriel Rossell Santillán mit den Wixáritari initiierten Projekts durch den Besuch der Marakaate (Wixáritari-Schamanen) in den Sammlungen des Ethnologischen Museums in Dahlem unterstützt.

Bitte per Email anmelden bis zum 4. November. 
max. Teilnehmer*innen: 16